Chickenwulf´s Kleintierfarm
"die letzte kleine Farm in Bayern"
Das Neueste in Kürze
Meine Kleintierfarm in Griesen
Das wichtigste der letzten Jahre
Das Leben der Kolkraben
Der Uhu
Unsere Haustiere
Bevorzugte Links
Tagebuch des Uhu´s "Bubo"
Tagebuch des Uhu´s "Bubo"

Mein Uhu mit dem Namen  „Bubo“

Schon seit langem hegte ich den Wunsch einmal einen europäischen Uhu von Hand aufzuziehen. Dieser imposante Nachtvogel, übrigens die größte Eulenart der Welt, faszinierte mich schon immer.

Im August 2004 habe ich erstmals Kontakt mit einem Vogelforscher aus Westfalen aufgenommen. Durch seine Vermittlung habe ich über das Internet eine Uhu-Züchterin kennengelernt, die mir für das Frühjahr 2005 einen jungen Uhu versprochen hat.

 

Unser Bubo kurz nach dem Schlupf am 25. Feb. 2005

Am 14. März 2005 ging die Reise nach Westfalen, gegen Abend konnte ich meinen „Bubo“ das erste mal mit frisch zerkleinerten Kücken füttern. Am nächsten Morgen ging´s zurück nach Griesen, zuvor habe ich in einer Brüterei in der Nähe von Illertissen noch schnell 1050 Eintagskücken gekauft. Das dürfte für´s erste genügen.

Bubo war die ganze Fahrt über ruhig und gegen 16.00 Uhr nachmittags waren wir wieder in Griesen. Dort konnte er gleich Bekanntschaft mit unseren Katzen machen, die ihn aber nur beschnüffelt haben und ansonsten wenig Notiz von ihm nahmen. Nach einem ausgiebigen Abendessen wog Bubo 850 Gramm.

Die ersten Tage und Nächte wird Bubo hier in der Wohnung verbringen, man muss halt immer sauber machen, wenn der „Schiss“ über den Schachtelrand hinausschießt. Die Fütterungen gehen von frühmorgens um 07.00 Uhr bis zur letzten gegen 22.30 Uhr. Im Schnitt alle 2 Stunden wird anfangs je ein halbes Kücken verfüttert. Am ersten Tag hier in seiner neuen Heimat hat er sechs Eintagskücken verputzt, eine ganze Menge für so einen jungen Vogel.

  Bubo ist in Griesen angekommen


Für Interessierte  folgt nun ein chronologischer Überblick über die Aufzucht unseres Uhu´s „Bubo“ mit Futtermengen und sonstigen Begebenheiten.

Am 15. März hat er sein erstes kleines Gewölle ausgespuckt, wann die nächsten kommen kann ich nicht sagen, jedenfalls noch nicht jeden Tag. Bubo wiegt am 18. März bereits 1028 Gramm und frisst zwischen 6 - 7 Kücken täglich. Am 22. März wiegt er schon 1280 Gramm und frisst das erste Mal eine ganze Maus samt Haut und Haaren. Am 24. März kommt sein 2. Gewölle, es ist 10 x 2,5 cm und 45 Gramm schwer. Bubo hat in den letzten Tagen nicht mehr zugenommen, frisst aber gut und bekommt auch ab und zu etwas Wasser zum Trinken.

Bubo ist am 25. März 4 Wochen alt, wiegt immer noch 1280 Gramm, ich sitze nachmittags mit Bubo im Garten, er versteht sich gut mit den Katzen, bzw. sie tun ihm nichts und er ihnen bis jetzt auch noch nichts.
Den Rest vom Tag verbringt Bubo tagsüber am Balkon, abends auf einer Decke im Wohnzimmer und die Nacht im Kinderzimmer, auf einer ca. 2 qm abgegrenzten Fläche auf Zeitungspapier und Decken. Am Morgen ist erstmal Reinemachen angesagt, denn seine Absonderungen kleben z.T. auch an den Wänden und am Boden. Nach der letzten Entleerung läuft er dann im Gang herum und wartet auf sein Frühstück.

Heute, am 28. März, hat er sein 3. Gewölle in der Nacht ausgespieen. Zum Frühstück gab es zwei Eintagskücken und anschließend etwas Arbeit beim „Saubermachen“. Sein Gewicht lag vor dem Frühstück bei 1295 Gramm.

30. März, am Morgen wiegt Bubo nach dem Frühstück 1420 Gramm. Es regnet fast den ganzen Tag und so darf Bubo am Vormittag in der Küche und am Nachmittag am Balkon bleiben. Tagsüber schläft er noch viel und wird erst in den Abendstunden richtig munter.

Am 2. April ist Bubo 5 Wochen alt und wiegt 1480 Gramm. Seine Voliere ist fertig und er sitzt das erste Mal darin. Es gefällt ihm anscheinend recht gut. Am Abend kommt er noch in die Wohnung, da es in der Nacht doch noch recht kalt wird und er die Temperatur ja von Anfang an nicht so gewohnt ist.

Am 6. April wiegt er 1550 Gramm und verbringt den ganzen Tag im Garten und in der Voliere. Seine Wanderungen im Garten gehen jetzt schon um den Schuppen herum bis zum Haus, da bleibt er dann irgendwo sitzen und schaut sich die Gegend an. Seine Flügel benutzt er auch schon und es kommt ganz schön Wind auf wenn er zu flattern beginnt. Am Abend muss er auf den Balkon, das gefällt ihm gar nicht. ER sieht uns durch die Scheibe und will unbedingt in das Wohnzimmer. Da gibt man natürlich nach und lässt ihn herein, vorher wird noch ein Teil des Zimmers mit Zeitungspapier ausgelegt, man kann ja nie wissen wo er gerade hinkacken will. Nach stürmischen herumgeflattere legt er sich dann gemütlich flach auf den Teppichboden und schlummert, nur 30 cm von unserem Kater entfernt, ein. Die beiden verstehen sich hervorragend, im Garten ist er mal seinem Schwanz, den vom Kater, nachgerannt und wollte hinein beißen. Der Kater war aber noch mal schneller, wer weiß wie lange noch.

Am 8. April ist Bubo 6 Wochen alt. Heute ist ein kalter Regentag und er sitzt alleine in seiner großen Voliere im Eck. So schlau ist er schon, er geht nicht in´s Freie und lässt sich voll regnen. Gegen Abend kommt er dann noch mal auf den Balkon, lange geht das nicht mehr, denn er fliegt und springt schon ziemlich hoch. Nicht dass er eines Tages dann vom Balkon hinunter segelt und keiner weiß wo hin.

  Bubo ist jetzt 6 Wochen alt


15. April, wieder eine Woche vergangen; Bubo wiegt 1720 Gramm und ist „topfit“. Bei schönem Wetter sind wir im Garten und genießen die Sonne. Ab Samstag, 16. April, schlägt das Wetter um, es schneit bis 1200 m herab und ist dementsprechend auch kälter geworden. Bubo sitzt in seiner Voliere und diesmal lässt er sich voll regnen, vollkommen durchnässt habe ich Angst um seine Gesundheit und lasse ihn über Nacht in der überdachten Voliere, wo er selbst nicht raus kann. So vergehen die kalten Tage und wir hoffen, dass es bald wieder schöner und wärmer wird.

04. Mai, Bubo ist voll flugfähig und von der Größe her schon fast ausgewachsen. Ende April habe ich ihm einen Geschühriemen angelegt. Nach mehreren Versuchen mit gekauften –Adlerriemen, habe ich einen Riemen gekürzt mit einer Öse versehen und an seinem rechten Fuß befestigt. Am Anfang war es für ihn etwas ungewohnt, aber jetzt funktioniert die Koordination. Er bleibt auch schon auf dem –Adlerhandschuh—sitzen und mit einem Karabiner befestige ich seinen Riemen an meinem Handschuh, damit er nicht davon fliegen kann. Zu „Frauen“ insbesondere Karin und Kathrin ist er sehr freundlich und fängt immer an zu „zwitschern“ wenn er eine von ihnen sieht. Bei mehreren Personen in seiner Voliere kommt es aber auch schon zu „Angriffen“ auf die Beine der Unbekannten Personen. Hier muss ich künftig aufpassen, damit keiner zu Schaden kommt. Sein Gewicht müssen wir mal wieder nachprüfen, ich kann nur schätzen, dass er knapp über zwei Kilo wiegen dürfte.

19. Mai, Bubo wächst und gedeiht. Seine Federohren kommen jetzt auch langsam zum Vorschein, die Kiele sind ca. 1,5 cm lang. Der Flaum an der Brustseite ist fast ausgegangen, nur an der Unterseite zu den Beinen hin ist noch der Flaum vorhanden. An der Leine, am Geschühriemen und am Adlerhandschuh befestigt, machen wir täglich kleinere Spaziergänge an die Neidernach und auf den Anger hinter Griesen. Er fliegt von selbst auf die Hand (wenn er will) und lässt sich gut tragen. An der ca. 5 m langen Leine ist er auch schon geflogen, aber es drängt ihn immer an den Waldrand, wo er Rückendeckung hat. Irgendwann im Herbst werde ich ihn mal frei fliegen lassen, nachdem ich dies bei einem Besuch im Wildpark Poing gesehen habe. Dort hat der Falkner einen sibirischen Uhu frei fliegen lassen, der auf Zuruf sofort wieder zu ihm kam. Einen Versuch ist es bestimmt mal wert, wir werden sehen.


19. August, wie die Zeit vergeht; der Sommer 2005, der fast keiner war, ist schon bald vorüber. Unser Bubo hat sich zu einem ausgewachsenem jungen Uhu-Männchen entwickelt. Dass er ein männlicher Uhu ist wurde mir von einem Fachmann der Vogelwarte Garmisch, versichert. Seine „geringe“ Größe, (manche meinen zwar er sei ganz schön groß) und den nun schon sichtbaren weißen Kehlfleck identifizieren ihn als Männchen. Sein Gewicht liegt ziemlich genau bei 2 kg, was auch auf ein Männchen schließen lässt. (weibliche Uhu´s werden bis zu 3 kg schwer) Seit ein paar Tagen kann man auch immer öfter ein krächzendes „uhuj“ hören, das später mal sein Balzruf werden soll. Wir werden sehen, bzw. hören, wann seine Stimme dunkler und kräftiger wird. Zu fressen gab es den Sommer über meistens junge Gockel, die aber jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen und ab und zu ein Kaninchen, junge Mäuse und auch Meerschweine. Auch einen überfahrenen Bussard, ein Eichhörnchen und verschiedene Wildmäuse gab es schon. Sein Hunger ist nach wie vor ziemlich groß und da ja auch meine zwei Kolkraben Allesfresser, mit Vorliebe für Fleisch sind, fällt es manchmal schon schwer ausreichend Nahrung zu beschaffen.

28. September, wir waren für drei Wochen in Kanada und Bubo und die anderen Tiere wurden von Chrisi und Katl sowie von unseren Nachbarn, Marga und Klaus, hervorragend versorgt. Bubo lässt jetzt immer öfter einen unverkennbaren Uhu-Ruf erklingen, dies aber nur wenn ein „weiblicher Mensch“ zu ihm kommt. Bei Katl und Karin ruft er, wenn ich oder ein anderer „männlicher Mensch“ zu ihm geht, lässt er nicht´s von sich hören. Er mag halt die Frauen so gerne, oder?? Ansonsten geht es ihm gut und es gibt z.Zt. keine Probleme.



16.01.2006
Seit zwei Wochen steigt das Thermometer nicht über die Null-Gradgrenze und in den Nächten hat es immer -12 bis -15 Grad Celsius. Bubo macht das natürlich nicht´s aus, er ist quicklebendig und ruft jetzt auch schon mal in den Abendstunden. Letzte Woche ist gegen 16.00 Uhr ein großer Vogel, vermutlich war es ein Uhu, in großer Höhe in Richtung Eibsee geflogen. Bubo hat sofort zu rufen begonnen und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Mal sehen wann der nächste Besuch eines wilden Uhu´s stattfindet. In der Sylvesternacht sind von zwei Häsinnen insgesamt 14 Junge geworfen worden, alle sind wohlauf und haben die große Kälte bis heute gut überstanden. Auch die vier Meerschweinchen die am 13. Januar zur Welt kamen leben alle noch. Bubo freut das am meisten, denn irgendwann werden sie ihm als Nahrung dienen. Bei den großen Schneefällen Ende Dezember musste ich immer die Voliere abklopfen, damit der Schnee runter fällt. Dies hat Bubo gar nicht gefallen, fast ängstlich ist er immer in seine Nische geflogen und war froh als ich die Voliere wieder verlassen habe.

So hat unser Bubo das erste Jahr gut überstanden und sich zu einem prächtigen „König der Nacht“ entwickelt.

Mittlerweile ist Bubo fast 3 Jahre alt, er ruft zur Zeit  die ganze Nacht und manchmal hört man dieses schaurige "uhuuu uhuu" aus den Wäldern rund um Griesen. Ein wilder Artgenosse antwortet auf seine Rufe........... 

Das waren die Aufzeichnungen über die Aufzucht unseres Uhu´s, weitere Berichte folgen noch ………..

                                                    

 es sind diese wunderschönen Augen die so faszinieren, aber welche sind da gemeint??